Erklärung der oberen Jagdbehörde MV zum Drück- und Treibjagdverbot ab 01.01.

Auf Anfrage des Landesjagdverbandes MV teilte die oberste Jagdbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern folgendes mit:

Sehr geehrte Frau Ebel, sehr geehrter Herr Voigt,
für Ihre Anfrage über die Zulässigkeit verschiedener Jagdarten ab dem 1. Januar in Mecklenburg-Vorpommern bedanke mich und teile Ihnen hierzu meine Auffassung wie folgt mit:
Gemäß § 3 Absatz 1 Nummer 7 der Jagdzeitenverordnung vom 14. November 2008 (GVOBl. M-V S. 445; OVGE GVOBl. M-V 2010 S. 453), die durch die Verordnung vom 20. Juni 2011 (GVOBl. M-V S. 440, 868) geändert worden ist, ist es verboten, in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli in Form der Treib- oder Drückjagd die Jagd auszuüben. Gemäß § 3 Absatz 3 der Jagdzeitenverordnung kann die oberste Jagdbehörde aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung, der Landeskultur, der Wahrung der Interessen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken oder bei Störungen des biologischen Gleichgewichtes Ausnahmen von den Verboten des Absatzes 1 zulassen.
Mangels einer eindeutigen Definition über eine Anzahl von Beteiligten (Schützen und /oder Treiber) bei der Durchführung einer Drück- oder Treibjagd im Bundesjagdgesetz oder im Landesjagdgesetz M-V bezieht sich der Verordnungsgeber bei der Verwendung der Begriffe Drückjagd und Treibjagd auf den Charakter dieser Jagdarten, die beide zu der Jagdartengruppe der Bewegungsjagden zählen. Es handelt sich dabei um Jagdarten mit mehreren Jägern unter Einsatz von Treibern und Hunden, wobei das Wild durch Durchgehen rege gemacht und zum Verlassen der Deckung veranlasst wird. Das wesentliche Merkmal ist das Durchgehen bzw. Treiben der Treiber.
Andere Jagdarten auf Schalenwild, wie Gruppenansitze, die Saujagd (Finderjagd) oder die Stöberjagd (eine Jagd, bei der sich mehrere Schützen vor einer Dickung oder am Schilf anstellen, den Hund in der Dickung stöbern lassen und das von diesem aufgestöbert Wild erlegen) werden von dem vorgenannten Drück- oder Treibjagdverbot nicht erfasst.
Die vorg. Definition erfolgte in Anlehnung an das Große Kosmos Jagdlexikon, 2004, Franckh-Kosmos Verlags GmbH u. Co., Stuttgart
Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

 Martin Rackwitz