Leserbrief von Hans-Georg Specht

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf!" Leserbrief im Ostsee Anzeiger vom 17. August 2011.Zahlreiche Reaktionen auf unseren Beitrag zur Schwarzwildplage auf Hiddensee.

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf!" Leserbrief im Ostsee Anzeiger vom 17. August 2011.Zahlreiche Reaktionen auf unseren Beitrag zur Schwarzwildplage auf Hiddensee

Rügen/Hiddensee (apf). Auf unser Titelthema von vergangener Woche unter dem Thema „Keine Berliner Verhältnisse für Hiddensee" erreichten uns zahlreiche Reaktionen, welche die Dringlichkeit des Handelns unterstreichen, um eine Eskalation des Problems, sowohl auf Hiddensee als auch auf der Insel Rügen, zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, wie das Landwirtschaftsministerium des Landes sich dem Thema stellt und wie öffentlich die Thematik behandelt wird, um die Erfahrungen, Gedanken und Vorschläge der ehrenamtlich im Dienste der Gesellschaft handelnden Jägerschaft zu berücksichtigen. Schließlich sind sie es, die seit Jahrzehnten den entscheidenden Anteil daran haben, dass sich durch ihre Hege und Pflege ein gesunder Wildbestand entwickeln kann. Stellvertretend für viele Meinungen die von Hans-Georg Specht aus Gummanz:
„Es kann nicht sein, was nicht sein darf!" - An diese Aussage von Ch. Morgenstern werde ich erinnert, wenn ich mir die MV-Nationalpark-JagdVO und die dazugehörende Wildmanagementanweisung anschaue. Diese von der Ministerialbürokratie erlassenen Vorschriften sind in Teilen eben nicht - wie der neue Leiter des Nationalparkamtes, Herr Haffner, meint, „'äußerst sinnvoll", sondern sie belegen mit den Zuständen jetzt auch auf Hiddensee, dass sie auf tatsächliche und notwendige Belange von Natur-, Arten- sowie Landschaftsschutz und insbesondere vieler Menschen und deren Bedürfnisse manchmal nicht die richtigen Antworten liefern. Manches wird mit wissenschaftlichen Erkenntnissen begründet, bei denen oft erhebliche ebenso ernstzunehmende Zweifel an notwendiger und erfolgreicher Umsetzung der Anordnungen bestehen. Als Beleg nur ein Beispiel: Für die Schädigungen an den im NLP Jasmund vorkommenden Orchideen galt das Damwild als der Verursacher. Jetzt muss - sehr verschämt und ungern - eingestanden werden, dass eine bestimmte Schneckenart der wirkliche „Sündenbock" sein soll.
Gespannt bin ich auf die von Herrn Haffner avisierte „gemeinsame Problemlösung der Entscheidungsträger"; oder werden diese weiterhin viele Menschen mit ihren Vorstellungen übergehen, wo doch der oberste Entscheidungsträger der Souverän, das Volk ist - oder bilde ich mir das nur ein?
Ich empfinde es als schlimm, wenn eine Minderheit vermeintlicher sogenannter Heilsbringer z.B. im Backhaus-Ministerium offene Ohren und sogar Unterstützung findet und ihre ideologisch vorgefertigte und mit „Unfehlbarkeitsmäntelchen" versehene Weltanschauung einer deutlichen Mehrheit überstülpen kann.
Ein gewisses Verschulden daran, dass mancher politische Wildwuchs ungehindert gedeihen darf, trifft auch die darunter leidende Bevölkerung. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, z.B. dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes Rügen, Holger Nebel, nimmt man das von oben Verordnete hin. Meist ordnet man sich unter, gelegentlich mit einem gewissen Murren, weil man glaubt, doch nichts ändern zu können, oder man einfach ein wenig bequem ist.
Hoffen kann ich nur, dass viele Mitmenschen sich zu den anstehenden Wahlen im September ihres Unmuts erinnern und keinem Kandidaten oder einer Partei ihre Stimme geben, die Verantwortung für die Missstände tragen. Wir Wähler als Entscheidungsträger haben nicht oft diese Gelegenheit, unseren Unmut deutlich zu artikulieren - nutzen wir diese Chance, denn das fürchten die zu Wählenden - meist nur bis zum Wahltag, 18.00 Uhr.