Trichinenfund auf Rügen

Bei dem Trichinella-Befund auf Rügen handelt es sich um einen Fuchs, welchen im März 2011 im Dreschvitzer Bereich erlegt wurde.

Bei den orientierenden Untersuchungen im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern zum Vorkommen von Trichinellen bei Wildcarnivoren wurden bei diesem Fuchs Larven von Trichinella spez. mittels Digestionsmethode (Verdauungsmethode) nachgewiesen. Die Proben werden zur weiteren Differenzierung an das Labor im BfR gesandt.

Auf die Trichinella-Funde bei Schwarzwild in den benachbarten Kreisen Ostvorpommern und Nordvorpommern wurde schon hingewiesen. Dabei wurden sowohl Trichinella spiralis als auch Trichinella pseudospiralis nachgewiesen. Im Landkreis Nordvorpommern war Anfang dieses Jahres auch ein Frischling mit 15 kg mit Trichinella spiralis befallen.

Damit ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch auf Rügen der erste Trichinella-Befund bei Schwarzwild auftreten wird, sofern nicht konsequent gegengesteuert wird.

Auf den sylvatischen Zyklus (Wildbereich) sei nochmals hingewiesen. Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von Fleisch mit Trichinellenlarven durch Fleisch- oder Allesfresser.

Ein Gegensteuern ist durch die Unterbrechung dieser Infektionskette durch die Jägerschaft zu einem möglichst frühen Zeitpunkt der Infektionsausbreitung (also jetzt!!) möglich und ratsam. Günstigere Voraussetzungen im Vergleich zu anderen Landkreisen bestehen hier durch die Insellage.
Jeder toter Marderhund oder Fuchs mit Trichinellen, der vom Schwarzwild oder Raubzeug angefressen wird, führt zu einer Ausbreitung der Trichinellen. Die Infektion kann dann auch ganze Rotten betreffen. Jeder tote (infizierte) Marderhund oder Fuchs, der ordentlich vergraben wurde (mindestens 50 Zentimeter tief) oder anderweitig ordnungsgemäß entsorgt wird, kann andere Tiere nicht mit Trichinellen infizieren. Dieses tiefe Vergraben gilt auch für den Aufbruch.

Insofern liegt es zum Großteil in der Hand der Jägerschaft, ob und wie stark sich die Trichinellen in unserem Wildbestand und beim Schwarzwild ausbreiten werden.

Eine Entsorgung von toten Raubzeug und Aufbruch wäre auch über die Tierkörperbeseitigung (Sec Anim - Tel.: 03994 / 209630) und die entsprechenden Kadavertonnen möglich. Allerdings würde die Organisation und Finanzierung dieser Entsorgung in Eigenregie der Jägerschaft geschehen müssen.

Dramatisch wäre eine Trichinellose beim Menschen, verursacht durch ein nicht auf Trichinellen untersuchtes Stück Schwarzwild, nicht nur für die Erkrankten. Auch der Imageschaden für das heimische Wildbret wäre sehr hoch.


Auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Kaliningrader Gebiet Anfang des Jahres wurde schon aufmerksam gemacht. Durch unsere Kontakte über die Fährverbindungen in diese Region ist eine Einschleppung dieser hochgefährlichen Tierseuche nicht völlig ausgeschlossen. Bei entsprechenden Auffälligkeiten ist das Veterinäramt unverzüglich zu informieren (Tel.: 03838 / 813571 oder im Bereitschaftsdienst 01733458198).

Landkreis Rügen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Dr. Nostitz Amtsleiter