Tierische Maskerade: oft alles andere als bunt

OSTSEE-ANZEIGER vom 02.03.2011 Um zu überleben, schlüpfen Wildtiere lieber in ein Tarnkleid als in ein Kostüm.
Farbe bekennen und auffallen wie ein bunter Hund - darauf kommt es vielen Menschen zu Karneval an. In der Tierwelt gelten jedoch andere Regeln: Hier ist meistens "Sehen aber nicht gesehen werden" die Devise. Dies teilt der Kreisjagdverband Rügen heute mit. Viele Wildtiere setzen statt einer Narren- lieber eine Tarnkappe auf, um natürliche Feinde abzulenken. Eins zu werden mit der Natur, ist im Frühjahr besonders für Jungtiere überlebenswichtig.

Bereits ab Ende Februar wird der vermeintlich öde Acker - von vielen Spaziergängern unbemerkt - zur Kinderstube. Von daher appelliert der KJV an alle Hundehalter, ihre geliebten Vierbeiner nicht unkontrolliert durch Wald und Feld toben zu lassen. Allzu schnell bricht der Jagdinstinkt durch und Hasen, Kiebitze, Enten oder Rehe werden zur leichten Beute.

Neugeborene Feldhasen sind Dank ihres erdbraunen Fells nahezu unsichtbar für Fressfeinde - zudem sind sie geruchlos und werden vom Muttertier nur zum Säugen aufgesucht. Das ist wichtig: Bei Gefahr kann sich Meister Lampe nämlich nicht wie das Kaninchen in einen Bau zurückziehen, sondern duckt sich auf freiem Feld. Wildschweinjunge sind durch ihr braun gestreiftes Fell im Wald vor neugierigen Blicken sicher und für viele Waldbesucher unsichtbar. Stöbert ein Hund aber eine Wildschweinfamilie auf, kann es für das eigene Haustier schnell gefährlich werden. Mutter Wildschwein kennt keine Angst, wenn es um ihren Nachwuchs geht. So mancher Hund wurde dadurch schon schwer verletzt.

Daher rät der KJV gerade jetzt im Frühjahr umsichtig zu sein. Hunde sollten immer auf Ruf oder Pfiff zurückkommen. Im Zweifel können Naturliebhaber mit dem ortskundigen Jäger Rücksprache halten, wo besonders viele Jungtiere zu erwarten sind. Über die Leinenpflicht vor Ort informieren die lokalen Behörden.

KJV Rügen & DJV