Wenn Schwarzwild zum Problem wird…

Pressemitteilung des Amt für des Biosphärenreservat Südost-Rügen 29. Juli 2009

...dann müssen alle gemeinsam ran! So könnte der Tenor einer Beratung lauten, die am 28. Juli 2009 im Gemeindebüro in Baabe stattfand. Der Einladung der Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen, Frau Sabine Schlender, waren Vertreter von Jagdbehörde, Kreisjagdverband und Jägerschaft, der Kreisjägermeister, aber auch Vertreter des Kreisbauernverbandes und einige Landwirte gefolgt. Ziel der Veranstaltung war es, über das weitere Vorgehen und die notwendigen Maßnahmen zur besseren Regulierung der Schwarzwildbestände im Biosphärenreservat Südost-Rügen zu beraten.

Seit Jahren ist ein deutliches Anwachsen der Schwarzwildbestände zu verzeichnen. Massive Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen, an Hochwasserschutzdeichen und in den Ortslagen zählen zu den negativen Begleiterscheinungen. Zudem erfordert die Vermeidung von Tierseuchen (Schweinepest) ebenfalls eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes.

Um eine effektive Bejagung und deutliche Reduzierung des Bestandes erreichen zu können, hatte der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Rügen, Herr Holger Nebel, beantragt, in ausgewählten Schilfröhrichten des Schutzgebietes so genannte „Schussschneisen" anzulegen. Dies war Anlass für die Verwaltung des Biosphärenreservates Südost-Rügen, einen zielorientierten Diskussionsprozess mit allen Beteiligten einzuleiten, um eine schnelle Lösung des Problems zu ermöglichen.

Zunächst wurde vereinbart, dass die Jäger ihre Vorstellungen über die Anlage von „Schussschneisen" in ausgewählten Röhrichten bis Mitte August darstellen. Schnell und unkompliziert sollen dann die Belange des Arten- und Biotopschutzes, der FFH- und SPA-Zielstellungen durch die Biosphärenreservatsverwaltung abgeprüft werden. Bei positiver Entscheidung könnte es gelingen, noch im Spätsommer die ersten Schneisen anzulegen.

Die Wirksamkeit der Schussschneisen soll durch ein Monitoring begleitet werden. Die Jäger liefern dazu Auflistungen zur Anzahl der erlegten Tiere an die Biosphärenreservatsverwaltung. Derzeit geht man davon aus, dass die Schussschneisen mindestens drei Jahre unterhalten werden müssen. Die Jagd an sich erfolgt zur Minimierung von Störungen in der Zeit von November bis März eines jeden Jahres.

Im Allgemeinen wurde begrüßt, dass sich Jäger und Bauern sowie die Biosphärenreservatsverwaltung zum sachbezogenen Dialog zusammengefunden haben. Auch der Bürgermeister von Baabe, Herr Dieter Mathis, äußerte sich zu frieden über die konstruktive Gesprächsatmosphäre und die erzielten Ergebnisse.