Jagdunfall sorgt für Betroffenheit

OZ vom 6. August 2013 von Stefanie Büssing Neklade. Nach dem Jagdunfall am Sonnabend, bei dem ein Traktorfahrer aus Gingst vermutlich durch das Geschoss eines Jägers aus Nordrhein Westfalen verletzt wurde, sprach Holger Nebel, Chef des Jagdverbandes Rügen, von einem tragischen Ereignis.
„Dass so etwas bei uns im Kreis schon wieder vorkommt, ist beschämend für die Jäger", sagte er im Hinblick auf einen ähnlichen Fall im vergangenen Jahr. Dabei war ein Mähdrescherfahrer in der Nähe von Binz mit Schnittverletzungen davongekommen, nachdem das Geschoss eines Jägers seine Seitenscheibe durchschlagen hatte. Bereits damals hatte Nebel deutlich gemacht, dass er kein Befürworter der Erntejagd ist. „Wenn die Technik auf dem Acker ist, hat der Jäger dort nichts zu suchen", betonte er erneut. Es gebe zwar seit rund drei Jahren Vorschriften, um Unfälle bei der Jagd zu verhüten - so ist unter anderem vorgeschrieben, auf erhöhten Kanzeln zu sitzen, um zu vermeiden, dass in einem Winkel zwischen null und 30 Grad abgegebene Geschosse von der Erde abprallen und unkontrolliert weiterfliegen. „Inwieweit diese Vorschriften allerdings hier eingehalten wurden oder Fahrlässigkeit vorliegt, vermag ich nicht zu sagen."
Walter Lonskowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Rügen, ist geschockt: „Der Vorfall ist wirklich bedauerlich. Bei solchen Unfälle ist oft Leichtsinnigkeit dabei. Man muss sich vorher verständigen, damit der Bauer gewarnt ist." Die bei der Treibjagd üblichen Warnschilder seien bei der Erntejagd eine Möglichkeit, um die Menschen zu warnen.